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Nur auf Wunsch eines von mir sehr geschätzten Herren besuche ich dieses Bio Bistro von Zeit zu Zeit in der Friedrichstraße 120 und schwöre jedesmal nie wieder zu kommen. Eigentlich finde ich das wirklich schade, denn das Konzept, schnelles vegetarisches Bio Essen frisch zubereitet anzubieten, gefällt mir sehr. Aber schon jedesmal, wenn ich vor der Rohkosttheke stehe und die winzigen Sellerie oder Karottenwürfel sehe bekomme ich Depressionen, obwohl ich das Gemüse wirklich mag.
Folgende Speisen werden im Gorilla angeboten: Rohkostsalate zum selbermischen, belegte Brote, Suppen und ein Tagesgericht.
Irgendwie gar nicht viel und nicht besonders inspiriert für einen Loha Tempel wie er das Gorilla Fast Bio Food gerne wäre. Erstaunlicherweise haben andere Filialen wie die in der Knesebeck Straße ein viel bunteres und interessanteres Angebot.
Was ich auch nicht mag: Bei den Suppen und Salaten bedient man sich selber. Mir ist klar, dass das dem Gast grenzenlose Freiheit bei der Wahl seiner Speise suggerieren soll aber realistisch betrachtet steht man vor der Suppentheke, hat im schlimmsten Fall noch eine Tüte in der Hand und muss dann zu schöpfen anfangen. Das kann ich nicht gut und entfacht Ängste in mir.
Das Tagesgericht besteht in der Friedrichstraße meistens aus Nudeln mit einer Soße und einer Kelle Rohkost (Grrr). Die Suppen klingen eigentlich ganz lecker und enthalten meist ein sehr exotisches Korn wie Quinoa aber alle, die ich bis jetzt probiert habe schmecken undefinierbar komisch. Am Montag habe ich eine kleine Erbsensuppe gekauft die ein Käsearoma hatte und irgendwie anstrengend geschmeckt hat. Ich konnte die Suppe essen aber ein wirkliches Vergnügen war es nicht.
Meine Begleitung hatte Nudeln mit Tomatensoße und Parmesan bestellt. Eine solide Wahl, wobei auch dieses Gericht meiner Meinung nach von einer eher stechenden Note dominiert wurde.
Bevor dieses Gericht aber von uns verspeist werden konnte ereignete sich ein Serviceskandal, den ich wirklich übel nehme: Die Nudeln werden an unseren Tisch gebracht OHNE Parmesan. Schon komisch, wenn dieser Parmesan auf der Karte als Highlight angekündigt wird. Bei einer vorsichtigen Nachfrage fälll dann der Bedienung/ Köchin ein, das der alle ist. Das sagt sie einfach so ohne einen winzigen Anflug von Bedauern. Wir bemerken, dass man uns das vielleicht schon während der Bestellung hätte mitteilen können. Sie fragt, ob wir das jetzt nicht mehr essen wollen nur weil der Käse fehlt. Wie behalten unsere käsefreien Nudeln und erhalten nach einer Weile tatsächlich noch ein Döschen mit Parmesan den sie gefunden hat. (Wo nur und von wann ist der wohl?)
Zum Schluss noch zwei positive Anmerkungen zum Gorilla. Es ist nie laut dort und entspannende Musik tönt durch den Raum, so dass ich nach dem Essen gerne noch etwas sitzen bleibe. Am allerliebsten schaue ich dann durch das große Fenster auf die quirlige Friedrichstraße und trödle noch ein wenig weiter. Aber nochmal komme ich bestimmt nicht wieder.
Eine leckere vegetarische Kleinigkeit zum Mittagessen findet sich nicht immer leicht. Besonders um den Hackeschen Markt herum gibt es meiner Meinung nach zwar viele Restaurents und Bistros aber eine herzhafte warme Speise, die nicht allzu viel kostet ist nicht so leicht aufzutreiben.
Mein Favorit fürs Mittagessen ist das Dolores in der Rosa-Luxemburg-Straße 7.
Mittlerweile ist es nicht mehr unbekannt und erfreut sich großer Beliebtheit, deshalb sollte man sich zur Mittagszeit auf eine Warteschlange einstellen. Ab um zwei leert es sich jedoch meißtens.
Besonders gerne bestelle ich die Tagessuppe. Sie kostet 3,70Euro und täglich gibt es eine andere, die aber meißtens in ein oder zwei Wochen wieder angeboten wird. Meine Lieblingssuppe ist die Rote Linsensuppe mit Süßkartoffeln und Kokosmilch. Was lecker klingt ist auch sehr gesund und kann von mir uneingeschränkt empfohlen werden. Etwas langweilig schmeckt ihm Vergleich dazu die Suppe mit Kartoffeln und Ruccola.
Für den großen Hunger gibt es Burritos und Quesadillas, die nach Belieben gefüllt und frisch zubereitet werden. Auch diese sind extrem lecker. Besonders, wenn sie mit Lime Cilantro Tofu gefüllt sind.
Etwas lästig am Dolores finde ich die verstörend laute Musik. Aber alle Speisen gibt es auch zum Mitnehmen.
Ein Tipp zum Schluss: Neben der Kasse stehen Brownies, die als Cupcakes getarnt sind. Sie sehen wegen ihrer graubraunen Farbe etwas unscheinbar aus aber, aber sie sind ein köstlicher Nachtisch.