Die Grüne Kelle


Nestlé und die dicken Kinder
10. Juli 2009, 15:33
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Mit seinem Engagement für mehr Bewegung und Sport möchte sich der Nestlé Konzern am Kampf gegen Übergewicht bei Kindern beteiligen. Wäre es nicht ein beeindruckender Schritt, wenn Nestlé im Zuge dessen dem Nesquik Hasen Vollkornhaferflocken in sein Schälchen füllen würde? Oder ihn vielleicht an einer Möhre knabbern ließe? Aber nein, der kecke Nager zeigt sich auf der Packung von Nesquik Duo, die ich zu Testzwecken gekauft habe, selbstbewusst in Rapper Pose und scheint gerade einem Bad aus Schokokugeln zu entsteigen.
Recht harmlos sehen die Frühstücks Cerealien auf den ersten Blick aus mit 121 Kalorien pro 30g, 30% Vollkorn und 8 Vitaminen. Allerdings besteht so eine Portion auch aus 11g Zucker, das entspricht fast vier Stücken Würfelzucker. Auf den folgenden Bildern habe ich 30g Cerealien ausgewogen und festgstellt, dass das eine eher kleine Portion ist

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Ich halte es für durchaus realistisch, dass Eltern die Portion für ihre Kinder nicht abwiegen und leicht die doppelte Menge servieren könnten. Man möchte seinem Kind ja auch nicht weniger zum Frühstück geben als so ein ordinärer Hase bekommt. Um zu erfahren, was im Frühstück ihrer Kinder steckt könnten die Eltern die Nährwertangaben auf der Vorderseite der Verpackung studieren, die eigentlich zur schnellen Bewertung des Produktes dienen sollten. Allerdings muss dabei folgendes beachtet werden: Der abgedruckte Nährwert auf der Vordersseite bezieht sich auf eine Portion von 30g und der Anteil am Tagesbedarf gilt für eine erwachsene Durchschnittsfrau. Aber was heißt das denn jetzt? Ist es “gutes” Frühstück? Das bleibt natürlich im Ermessen jedes Einzelnen aber Verbraucherschützer hätten Nesquick Duo mit einer Nährwert- Ampel folgendermaßen gekennzeichnet:
Fett: gelb (Mittel), Gesättigte Fettsäuren: gelb (Gelb), Zucker: rot (Hoch), Salz: grün (Niedrig). (Bild)

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Nestle und die böse Ampel

Am ersten April dieses Jahres erlaubte sich Foodwatch einen Scherz und veröffentlichte ein Interview, in dem Nestlé erklärte die von Verbraucherschützern geforderte Nährwertampel auf seinen Produkten einzuführen. Nestlé fand den Scherz sehr lustig und hat ihn auch nicht übel genommen. Nur eine Ampelkennzeichnung wird es nach Willen des Konzerns nicht geben.

Nestlé der Wohltäter ?

Wäre aber genau so eine Ampel nicht ein erster Schritt hin zum aufrichtig besorgten Konzern? Solange sich Nestlé dagegen wehrt wirkt jede seiner guten Taten leider nur wie pure Heuchelei.
Sobald ein Unternehmen beginnt soziales Engagement zu betreiben verschwimmt eine Grenze, die ich lieber klar sehen möchte. Denn wozu nützt das Engagement, wenn in anderen Bereichen die Konzernpolitik unsozialer nicht sein könnte. Meiner Meinung ist es nicht nötig, dass ein Konzern Kinder zum Sport aufruft. Vielmehr sollte er an der Verbesserung seiner Produkten arbeiten und seinen Konsumenten höchstmögliche Transparenz gewähren. Sozialer ginge es wohl kaum



Kampf um die Ampel
7. Juli 2009, 12:14
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Nährwertkennzeichnung auf Produktverpackungen gibt es schon eine ganze Weile und trotzdem wird seit längerem um die Gestaltung einer zeitgemäßen Kennzeichnung gezankt. Foodwatch und andere Verbraucherverbände fordern die Nährwert- Ampel. Die Industrie hingegen möchte das GDA System beibehalten, zu dem es sich auf freiwilliger Basis verpflichtet hat.
Ein wenig erinnert mich der Streit an Star Wars. Auf der einen Seite die helle Macht, die sich in den Dienst der Verbraucher stellt um ihnen das Einkaufen zu erleichtern. Die dunkle Macht hingegen auf der anderen Seite, die sich einem System verschrieben hat, dass die Konsumenten leicht in die Irre führen kann und am ehesten eigenen Interessen dient.
Dazwischen die Politik, die vorgibt sich für den Verbraucherschutz zu engagieren aber doch immer wieder die dunkle Macht zu unterstützen scheint.
Noch ein Weilchen wird der Streit wohl andauern, denn bevor nicht eine Einigung auf EU Ebene erziehlt ist, wird die Verbraucherschutzministerin Ilsa Aigner der Industrie keine verbindlichen Richtlinien für die Nährwert- Deklarationen auferlegen.
Eine gute Neuigkeit gibt es dennoch: Frosta hat sich als erstes Unternehmen verpflichtet die Nährwert- Ampel ab August auf seinen Produkten anzubringen. Vielleicht folgt die restliche Industrie. Dergleichen war aber noch nich zu vernehmen.

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Das ARD Morgenmagazin hat im Frühjahr Interviews mit Thilo Bode und Ilse Aigner zum Thema geführt.




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